Termine

14.03.2026 – 15.03.2026Tag der offenen TöpfereiHofgut Appenborn

Ein Wochenende im Zeichen des TONs und der KERAMIK
Einblicke in hessische Werkstätten

Aktionswochenende macht Lust auf Keramik

 

Auf dem Hofgut Appenborn in Rabenau zeige ich neue Arbeiten
– Gefäße und Objekte – aus dem Holzbrennofen.

Am Samstag von 10.00 bis 18.00 brennt Karl-Heinz Till letztmalig öffentlich seinen Brennofen. Dabei können Sie live erleben, wie bei einer Temperatur von annähernd 1400° seine Gefäße und Objekte gebrannt werden.
Samstag und auch am Sonntag (jeweils 10.00 -18.00) ist die Galerie auf dem Hofgut geöffnet.
Dort können Sie in Ruhe die im Holzofen gebrannten Arbeiten sehen.
Seine frei aufgebauten Gefäße und Objekte werden bei einer Temperatur von annähernd 1400 Grad gebrannt. Ascheanflugglasuren und Salz – das zum Brandende in den Ofen gegeben wird – prägen die Oberfläche der Arbeiten. So wird jedes Stück zum Unikat und der Vorgang des Brennens zum originären Bestandteil der Arbeiten von Karl-Heinz Till.
Die Brandführung, das Platzieren der Gefäße im Ofen und die Dauer des Brandes sowie die Auswahl der Holzarten bestimmen ganz wesentlich den Charakter der Arbeiten.
Sind die Gefäße durchaus zum Gebrauch bestimmt, so entstehen die Objekte bedingungslos, keiner Funktion gehorchend.

„SCHAUEN, ANFASSEN, STAUNEN – Keramik deutschlandweit“!
Immer am 2. Märzwochenende öffnen über 500 Werkstätten und Ateliers bundesweit ihre Türen.

Mit dem „Tag der offenen Töpferei“ bieten alle teilnehmenden Keramiker*innen den Besuchern die Möglichkeit, einmal hinter die Kulissen einer Töpferei zu schauen, Fragen zu stellen, mitzumachen oder bei Vorführungen Interessantes über das vielfältige Material Ton zu lernen.
In Hessen geben 37 KeramikerInnen spannende Einblicke in ein uraltes und doch brandaktuelles Handwerk. Davon zeugen ihre einzigartigen, hochwertigen Produkte. Ob Geschirr zum täglichen Gebrauch, künstlerisch gedrehte oder gebaute Gefäße für Haus und Garten, edel gestalteter Schmuck oder experimentell modellierte Skulpturen – handgearbeitete Keramik liegt im Trend. Ihr Facettenreichtum begeistert. Sie verschönert unseren Alltag. Immer mehr Menschen entdecken ihre Liebe zur handgefertigten individuellen Keramik. Für immer mehr Menschen ist der „Tag der offenen Töpferei“ ein fester Termin, den sie nicht verpassen wollen.

Im Mittelpunkt des 21. „Tag der offenen Töpferei“ 2026 stehen Begegnung und Austausch. Die BesucherInnen dürfen sich vom vermeintlich unscheinbaren Material Ton und seinen vielfältigen gestalterischen Möglichkeiten faszinieren und inspirieren lassen. Auf dem Programm stehen Klassiker wie Führungen durch Werkstätten und Ateliers oder Vorführungen an der Drehscheibe. Auch das Brennen von Keramik, etwa der spannende Rakubrand, gehört in manchen Werkstätten zum Angebot. Ebenso kleinere Mitmachangebote, die Groß und Klein dazu einladen, sich vom Material Ton wortwörtlich berühren zu lassen.

In der Region beteiligen sich weizer folgende Werkstätten:

Töpferei Dippemühl / Kati Gerstmann
Lich , Heinrich-Neeb-Str. 1
Ausstellung und Führung durch die Werkstatt.

Z-Keramik Berthold – Josef Zavaczki
Gießen / Kleinlinden, Pfingstweide 8
Neue Arbeiten werden vorgesatellt, Sonderverkauf von Einzelstücken.
Am Sonntag ab 15.00 : Vorführung auf einer Fußdrehscheibe.

Clara Köttner Keramik 
Schwanallee 29 35037 Marburg
„Tasse selbst bemalen“

Verena Krezdorn / Atelier Kunststückchen
Hauptstr.30, 35112 Sichertshausen
Jeweils Von 10.00 – 12.00 Becher und Schalen selbst bemalen und glasieren

 

Einen Lageplan mit allen teilnehmenden Werkstätten und Aktionen finden Sie unter
www.tag-der-offenen-toepferei.de.
Hier können Sie sich vorab informieren und nach ihrem persönlichen Geschmack einen Besuch in einer oder mehreren Werkstätten planen.

Der 21. tag-der-offenen-toepferei wird für Hessen von keramik-hessen organisiert.

 





10 JAHRE “TRAIN KILN“ HOLZBRANDOFEN 2013-2023
EIN ANHALTENDES ABENTEUER

24. 08. 2013, International Airport Frankfurt, Ankunfthalle:
Brille, schwarze Jeans, blaues Hemd, Rollkoffer er, pinkfarbene Bluse, blaue Hose, violetter Schlapphut, Rollkoffer sie, Steve Harrison und Janine King, Keramiker und Ofenbauer aus Balmoral, Australien, waren mit einer kleinen Verspätung sicher gelandet. 10 Jahre ist das her, dass die beiden sich auf den weiten Weg von ihrer Töpferei südlich von Sydney aufgemacht hatten um in Deutschland zwei Holzbrandöfen zu bauen, den einen in Brandenburg und den anderen bei uns in Mittelhessen, genauer, auf dem Hofgut Appenborn in Rabenau.

Das Fundament für den Ofen und den Kamin nebst Überdachung hatten wir bereits im Juni/Juli gebaut und die nötigen Schwerschamott Steine für die Brennkammer, den Kamin und die Feuerung sowie die Feuerleichtsteine für die Isolierung, waren organisiert.

In der letzten Augustwoche 2013 wurde es dann konkret : Zusammen mit Steve und Janine, den Töpferkollegen Sebastian Scheid, Sigi Böhmer, Freund Wolfgang und uns dreien, Karin Schweikhard und Michael Limbeck , und Karl-Heinz Till, haben wir den Ofen, einen quer liegenden ca. 700 L großen Toplader, in nur 3 Tagen gebaut und den noch nassen/feuchten Ofen bereits am 4.Tag zum ersten Mal gefeuert. Etwa 1000 Schamottsteine waren dafür vermauert und gut 30 Meter Armier- und Winkeleisen zur Einfriedung/Einrüstung/Einfassung des Ofens verschweißt worden.

Der Brennofen, ein sogenannter „Train Kiln“ – er hat die Form einer Lokomotive und schnauft auch wie eine alte Lok, die mühsam Fahrt aufnimmt, wenn Holz aufgelegt wird- wird über eine „Bourry-Box“ (unterzügige Feuerung) gefeuert, bei der das Holz von OBEN anstatt von UNTEN nachgelegt wird. Damit entfällt das mühseliges Feuern auf Bodenhöhe, ein Vorteil, den gerade ältere Keramiker*innen zu schätzen wissen. Aber auch das Brennen mit einem Train Kiln entbehrt nicht einer physischen Kraftanstrengung/ist nicht ohne Kraftanstrengung zu leisten, angefangen mit „Holz machen“, dem Säubern und Engobieren des Ofeninneren vor bzw. nach einem Brand, dem „Setzen“ der Keramikstücke auf „Buzzeln“ oder „Schnittchen“ , das „Zumauern“ und Schließen des Ofens mit einer Kaolin/Sandmischung („Schmieren“) und dem ständigen Auflegen von Holz während des Feuerns…

Den ersten Brand am 29.8.2013 haben wir mit dem gesamten Ofenbauteam und unter Anleitung von Steve und Janine durchgeführt und 2 Tage später geöffnet mit insgesamt guten Ergebnissen.

Etwa 18 Stunden hatten wir gefeuert und mittels einer Seitenfeuerung im hinteren Bereich des Ofens ab ca. 1240° C auch gesalzen.

ie folgenden Brände verliefen erwartungsgemäß eher durchwachsen. Regelmäßig fanden sich neben schönen Arbeiten auch Stücke, die nicht ausgeschmolzen waren, fast immer in den oberen Etagen.

Mit kleinen Veränderungen am Ofen haben wir solche und andere Probleme nach und nach in den Griff bekommen und es hat sich gezeigt, dass der Train Kiln vom Prinzip her ein sparsamer und gut funktionierender Holzbrennofen ist, der bei einem 20-stündigen Brand mit 1,2 m Holz auskommt und Temperaturen von mehr als 1400°C (Seegerkegel 14) hinter der Feuerung erreicht. Auch ermöglicht dieser Ofentyp einen starken Ascheanflug auf die in der Brennkammer befindlichen Keramikstücke.

24.03.2023, der 44 Brand. 03.15 Uhr, vom Anheizen am vorherigen Nachmittag hat der Ofen noch 160° Appenborn liegt in tiefer Dunkelheit, kein Laut zu hören. Jetzt den Schieber aufziehen und den Ofen wieder anheizen. Die nächste halbe Stunde immer wieder kleine Holzstücke in der kleinen Feuerung nachlegen. 04.30 Langsam klettert die Temperatur und das erste Auto fährt vorüber. 06.00 Uhr, die Temperatur ist auf 260° gestiegen, es wird langsam hell und der Glutberg in der Feuerung ist groß genug um von oben zu feuern. 07.00Uhr, so langsam nimmt der Trainkiln Fahrt auf. Die Temperatur steigt kontinuierlich und genauso stetig muß jetzt Holz ( Kiefer ) nachgelegt werden. Erfahrungsgemäß müssen wir zwei „Temperaturhürden“ nehmen. Bei 1000° und bei 1200° Die 1000° ( gemessen wird immer an der kältesten Stelle, vor dem Kamin) sind problemlos um 11.00 erreicht und die ersten Segerkegel direkt hinter der Feuerung fallen schon. Der Temperaturunterschied ist noch sehr groß . Der Ofen wird immer hungriger und oberhalb 1000° verwenden wir Hartholz. Die Temperatur steigt jetzt schnell, der Glutberg wächst genauso schnell und im Ofen herscht eine sehr starke Reduktion. Und dann, bei knapp 1200° „ hängt“ der Ofen, Die Temperatur steigt nicht mehr. Nach einer halben Stunde nehmen wir einen Stein aus der unteren Feuerung, es kommt mehr Sauerstoff in die Feuerung aber immer noch nicht genug, der Glutberg ist immer noch zu groß. Nach einer weiteren halben Stunde und immer noch 1200° ziehen wir den Schieber weit auf – ¾ geöffnet – und auf einmal beginnt die Temperatur zu steigen. Langsam, aber stetig. Um 15.00 fallen die ersten Kegel im hinteren Bereich und bei gemessenen 1240° um 16.00 Uhr lässt die Anspannung langsam nach. Wir können anfangen zu salzen. Jetzt heißt es geduldig zu sein und stetig weiterheizen. Der Ofen rauscht, hat seinen Rhythmus gefunden und in der langsam einsetzenden Dämmerung zeigt sich der Fuchs .Wichtig ist es, eine lange Zeit bei hoher Temperatur zu heizen. Um 19.00 Uhr letztes Salz, wir feuern noch eine knappe Stunde weiter. Nach dem letzten Holzstück lassen wir den Ofen bis auf 1000° runterbrennen bevor wir alles verschließen. Jetzt beginnt das lange Warten, in drei Tagen können wir den Ofen öffnen.

In 10 Jahren haben wir den Ofen nun 45 Mal gebrannt und obwohl wir den Train Kiln inzwischen besser kennengelernt haben und die letzten Brände immer homogener abgelaufen sind mit ganz wunderbaren Ergebnissen, war kein Brandverlauf wie der andere. Und dann haben wir uns an Steve Harrisons Vorhersage erinnert, dass es mindestens 10 Brände mit dem Train Kiln brauche, den Ofen erfolgreich zu steuern, eine höfliche Untertreibung, wie wir heute wissen.

Anläßlich des 10-jährigen Bestehens des Ofens, zeigen die Werkstätten Karl Heinz Till, Karin Schweikhard u. Michael Limbeck, Sebastian Scheid u. Sigi u. Charlotte Böhmer in einer Atelierausstellung auf dem Hofgut Appenborn, 35466 Rabenau am Sa. 4.u So. 5.Nov. sowie Sa. 11. u. So. 12. Nov. 2023 jeweils von 14 – 17:30 Uhr sowie nach tel. Vereinbarung 0151 65782280 Holzbrand Arbeiten aus dem Train Kiln .
Vernissage :  Sa., 4.Nov.2023 um 15 Uhr